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Monatsspruch

 

Alles für die Liebe!

Andere Menschen kompromisslos zu lieben ist ein hohes Ideal. Wie kann man sie umsetzen, ohne sich selbst aufzugeben?

Je wertvoller mir jemand ist, umso mehr bin ich bereit, etwas für diesen Menschen zu tun: Ich fahre stundenlang mit dem Zug, nur um eine Freundin wiederzusehen oder opfere Kraft und Zeit für ein schönes Geschenk. Liebe bedeutet, sich ein Stück weit selbst einem anderen zu schenken. Das was ich habe und das was ich bin: meine Zeit und Kraft, Erfahrungen und Gedanken. Wer nun alles was er hat und alles was er ist, für andre investiert, erreicht nach Jesus Christus die höchste Liebe, die man haben kann. So sagt er in der Bibel:

 

„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Johannes 15, 13, E)

 

In diesem Vers deutet Jesus an, dass er für die Welt sterben wird, um das Problem der Schuld zu beseitigen: Jesus ist selbst bereit, diese größtmögliche Liebe auszuleben. Und in den nächsten Versen fordert Jesus dazu auf: Bleibt in meiner Liebe. Auch wir Menschen heute sind dazu aufgerufen. Jesus meint damit, dass er uns diese Liebe täglich schenken möchte. Aber auch, dass er selbst ein Beispiel setzt, wie man als Christ leben sollte.

Wenn ich diese Aufforderung von Jesus lese, seinem Vorbild nachzufolgen, klingt das für mich, als sollte ich mich selbst aufgeben. Aber das bedeutet es nicht. Jesus fordert viel mehr dazu auf, mich hinzugeben. Was ist der Unterschied?

Wer sich in andere Menschen investiert, kann sich dennoch sehr wohl bewusst sein, dass er wertvoll ist. Gerade dieses Bewusstsein, dass ich als Mensch von Gott wunderbar gemacht bin und ich anderen Menschen damit etwas Gutes tun kann, ist Hingabe. Die Aufgabe von sich selbst aber ist das Gegenteil. Wer sich aufgibt kennt keine Grenzen von Wunscherfüllung, verbiegt die eigne Persönlichkeit, nur um es anderen recht zu machen. Er hat nichts mehr, was er anderen geben kann, denn er ist selbst nur noch ein Spielball von anderen Menschen. Wenn Jesus sich selbst Vorbild von Liebe und Hingabe darstellt, dann muss ich darüber nachdenken, wie Jesus gelebt hat.

Jesus gab den Menschen nicht unbedingt, was sie sich wünschten, sondern was sie nötig hatten. Er gab sich selbst nicht auf, sondern hatte in seiner Liebe zu seinen Mitmenschen auch Mut und Kraft andere zu kritisieren und falsche Lebensweisen aufzuzeigen. Jesus wusste auch, wie wertvoll er Gott war: Auch in seiner Hingabe behielt er seine Authentizität und seine Persönlichkeit.

Jesus starb aus Liebe zu uns Menschen und er lebte vollkommene Liebe aus – völlige kompromisslose Hingabe. Mir erscheint es unmöglich, andere so zu lieben. Aber ich möchte im Kleinen damit anfangen, dem Beispiel von Jesus zu folgen: Mich im Kleinen anderen schenken, Interesse, und Kraft für Menschen verwenden. Lieben im Kleinen: Ohne Erwartungen oder Bedingungen. Und dabei möchte ich mich an der großen Liebe Gottes freuen, die er für mich hat. In ihr auftanken und sie in Dankbarkeit gerne annehmen. Ich will sie bestaunen und ihn bitten, sie mir immer mehr zu schenken, damit ich fähig werde, sie auch selbst weiterzugeben.


Autorin: Sabine Petri

Quelle: ERF